info@bieg.de

Hermann Bieg †

Trauerrede Hermann Bieg 28.08.2021

Liebe Sabine mit Familie,
liebe Alex & lieber Frank mit Familie,
liebe Angehörige,
liebe Mitarbeiter und Rentner,
sehr geehrte Trauergemeinde,

eine Trauerrede zu halten ist keine leichte Aufgabe.
Eine Trauerrede für Hermann Bieg jedoch, stellt mich vor eine stolze Aufgabe. Über den Menschen Hermann Bieg könnte man so vieles erzählen. Denn er war ein sehr besonderer Mensch. Auf einige wenige Themen möchte ich versuchen, kurz einzugehen.

Hermann Bieg wurde in einer besonders schwierigen Zeit im Jahre 1937 geboren. Sein Vater Hermann, den ich leider nicht kennen lernen durfte, sowie seine Mutter, gaben ihm ein gutes Elternhaus. Hermann Bieg’s Persönlichkeit war geprägt von seinem unverwechselbaren Stil und seinem extremen Sinn für Gerechtigkeit. Er strahlte eine absolute Ruhe aus, und schaffte somit extremes Vertrauen.

Er hatte, unter anderem, eine extreme Leidenschaft für jede Form der Technik. Alles Neue hatte ihn fasziniert. Seine Augen leuchteten immer, wenn er von neuen Dingen erzählen konnte. Diese Leidenschaft zeigte sich auch, im Besonderen darin, dass er seine absolute Priorität auf die gute Ausbildung in seinem Betrieb setzte. „Die Lehrlinge von Bieg sind immer die Besten“, das war seine Ansage.

Aber nicht nur die Ausbildung der Gesellen war seine Leidenschaft. Er hat auch über 33 Jahre in der Meisterprüfungskommission eine großartige und wichtige Arbeit geleistet. Das beste Rüstzeug hierfür hatte er durch seine zwei Ausbildungen zum Elektrogerätemechaniker und Elektroinstallateur, die er zusätzlich noch mit dem Erwerb des Meistertitels abschloss. Das war ihm aber noch nicht genug. Er musste noch den staatl. geprüften Techniker obendrauf setzen.

Wenn ich mich auch nur daran erinnere: Seine Leidenschaft für Werkstoffkunde war schier endlos. Seine Prüfungsfragen in der Meisterprüfung im Fach Werkstoffkunde waren über alle Länder bekannt. Mit all diesen sozialen und fachspezifischen Kenntnissen erntete er in allen Bereichen besonderen Respekt.

Hermann Bieg war uns immer der ruhende Pol, die „Eminenz“ im Hintergrund, eben ein besonderes Vorbild. Erst beim Rückblick auf sein Lebenswerk ist uns bewusst geworden, dass der von uns ausgegebene Leitsatz „Firma Bieg steht für Tradition und Innovation“, den Ursprung im Leben und Wirken sowie der Persönlichkeit von Hermann Bieg gefunden hat.

Ich werde die guten Gespräche mit Ihm vermissen. Die tolle Zeit, in der wir gemeinsam die 90-Jahr-Feier vorbereitet haben. Wir wollten so gerne auch noch in sechs Jahren, das 100-jährige Bestehen der Firma Hermann Bieg & Sohn miteinander feiern. Wie gesagt, es könnte noch so vieles erzählt werden, aber ich werde hier nun enden.

Für uns wird Hermann Bieg immer präsent sein. Wir werden versuchen sein Erbe, die Führung der Firma Bieg, mit derselben Leidenschaft, Stil und Harmonie in die vierte Generation zu führen. Es macht mich stolz, den Menschen Hermann Bieg kennen gelernt zu haben.

Vielen herzlichen Dank
Gerhard Weber


Großes Trauergeleit zum Abschied von Hermann Bieg

Völlig überraschend verstarb nach kurzem Klinikaufenthalt aufgrund einer schweren Erkrankung 84-jährig Hermann Bieg, der Seniorchef des gleichnamigen elektrotechnischen Unternehmens mit mehr als fünfzig Beschäftigten. Ein vielseitiger Fachbetrieb, den er als zweifacher Elektromeister und -techniker mit großer Hingabe mehr als 40 Jahre lang als Firmenchef bis ins Jahr 2003 führte. Von ihm übernahm dessen Sohn die Leitung, dem der Senior auch weitere Jahre beratend zur Seite stand. Bis kurz vor seinem Tode war er noch fast täglich als gern gesehener Gast in seinem Büro anzutreffen.

Geboren wurde Hermann Bieg am 4. Junior als einziger Sohn des Firmengründers Hermann Bieg und dessen Ehefrau Anna Maria geb. Stiefvatter in Obereggenen. Bald erwies es sich, dass ihr hoffnungsvoller Sohn ganz die Erwartungen seiner Eltern und vor allem seines handwerklich erfolgreichen Vaters und Firmengründers erfüllte. Technisch versiert und interessiert begann er dann 1951 eine dreieinhalbjährige Lehre in der väterlichen Firma als Elektrotechniker und später eine zusätzliche Lehre als Elektroinstallateur. Um ein möglichst breites Fachwissen zu erlangen, war Bieg in seinen weiteren Gesellenjahren in verschiedenen Betrieben tätig. Folglich legte er an der Staatlichen Meister- und Technikerschule in Freiburg die Meisterprüfung als Elektroinstallateur und später die Meisterprüfung als Elektromechaniker ab, dem zudem noch die Ernennung zum staatlich geprüften Elektrotechniker folgte.

Das elterliche Unternehmen firmierte fortan als „Bieg & Sohn OHG“. Einher gingen damit Um- und Neubauten zur Betriebserweiterung. Nicht von ungefähr kam das Angebot an den tüchtigen Jungmeister aus Obereggenen, in den Meisterprüfungsausschuss Freiburg einzutreten. Diesem gehörte er ab 1966 dann 33 Jahre lang an.

Als vereidigter Sachverständiger für elektrische Anlagen war er zudem viele Jahre bei der Handwerkskammer involviert. Nach der Einführung „Praktische Fachkunde“ wirkte er etliche Jahre lang an der Gewerbeschule in Müllheim Lörrach als technischer Lehrer. Zumal für Hermann Bieg ohnehin die Ausbildung von „Azubis“ stets eine Herzensangelegenheit bedeutete, wie Frank Bieg und Gerhard Weber einmütig bestätigen.

Mit der Belegschaft und vielen Freunden andererseits konnte das Unternehmen 2017 sein stolzes „90-Jähriges“ feiern.
Im Jahr 1963 heiratete Hermann Bieg Gerda Steinger aus Müllheim, die sich fortan im kaufmännischen Bereich des Unternehmens betätigte. Sie musste ihrem Ehemann bereits vor etlichen Jahren im Tod vorausgehen. Aus dieser Ehe gingen die Tochter Sabine, die heutige Diplom-Designerin und Künstlerin, sowie der Sohn Frank hervor, der als Diplom Elektroingenieur heutiger Unternehmensleiter im Führungsduo gemeinsam mit Geschäftsführer Gerhard Weber ist.

Bei der Bestattung mit großer Beteiligung am Samstag auf dem Ortsfriedhof formulierte der Bestattungsredner Volker Willrodt aus Todtmoos sehr beeindruckende Abschiedsgedanken. Im Namen der Firmenbelegschaft und ganz persönlich gedachte Geschäftsführer Gerhard Weber des geschätzten Seniorchefs. Ferner nahm der Musikverein Eggenertal mit erhebenden Trauerweisen Abschied vom langjährigen Vereinsförderer und Ehrenmitglied Hermann Bieg. Auch der „Chor Temporale“ aus Müllheim schmückte die Bestattungsfeier mit würdigen Chorbeiträgen aus. Fehlen wird Hermann Bieg fortan ebenso dem vertrauten „Seniorenstammtisch Eggenertal“, dessen Begründer und zuverlässiger Obmann er bis zuletzt war.

Quelle: Oberbadische vom 30.08.2021